Eine Wärmepumpe im Altbau kann hervorragend funktionieren – wenn die Randbedingungen stimmen. Ohne richtige Analyse drohen hohe Stromkosten und unzufriedene Bauherren.
Baujahr / Wärmedämmstandard
Heizflächen: Heizkörper? Fußbodenheizung? Wandheizung?
Systemtemperaturen im Bestand
Ziel für WP: Vorlauftemperatur ≤ 35–45 °C
Hydraulik
Einrohrsystem? (⚠️ kritisch)
Zweirohrsystem? (gut anpassbar)
Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 → Muss gemacht werden!
Stromanschluss / Platz für Außengerät
? Faustregel: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto besser der COP (Effizienz).
Optionen:
Heizkörper ★größer dimensionieren / Tausch auf Niedertemperatur-Heizkörper
Flächenheizungen nachrüsten (Fußboden/Wand)
Hydraulischer Abgleich zwingend!
Externer Hochleistungs-Speicher
Anti-Legionellen-Schaltung (nicht zu oft!)
Schallentkopplung | Abstand zu Nachbarn | Nachtmodus beachten
→ TA Lärm / Geräuschimmissionsrichtwerte
Monoblock (kein Kältemittelhandling durch Installateur)
Split (Kälteschein-Pflicht, höhere Flexibilität)
Kennzahlen:
COP (Labor)
JAZ / SCOP (reale Jahresarbeitszahl)
Ziel JAZ im Altbau: ≥ 3,0
(Abhängig von Dämmung und Heizflächen)
Strompreis vs Gaspreis → oft förderabhängig wirtschaftlich.
BAFA Förderung im Rahmen Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG)
Bonus für Austausch Ölheizung / Gasheizung
Zusätzlich Energieberater (i.d.R. obligatorisch für Förderung)
➡ Aktuelle Förderbedingungen muss man fallweise prüfen.
Wärmepumpe → Pufferspeicher (so klein wie möglich!) → Heizkreis
Systemtrennung bei Altrohren möglich
✔ reiner WP-Betrieb
✔ Hybridlösung (WWP + Gas) → Übergangszeit Optimierung
| Fehler | Folge |
|---|---|
| WP wird „einfach ersetzt“ | Hohe Stromkosten, Unzufriedenheit |
| Fehlende Heizlastberechnung | Über- oder Unterdimensionierung |
| VL-Temperaturen > 55 °C | JAZ ineffizient, Geräuschbelastung |
| Keine Dämmoptimierung | WP arbeitet ständig am Limit |
| Kein Schallschutz berücksichtigt | Ärger mit Nachbarn |
| Kiesbett ohne Entkopplung | Körperschallübertragung |